Kindergarten

Der Ende 2011 eröffnete Kindergarten liegt im Zentrum von Hilat Al Bir und bietet Platz für 140 Kinder. Bis vor wenigen Jahren gab es noch kein Kindergarten, lediglich einige engagierte Frauen aus dem Dorf versuchten die Kinder anzuleiten. Bis vor vier Jahren hatten die Kinder keine Räume zur Verfügung und hielten sich ausschließlich im Freien auf. Die Kinder brachten jeden Morgen selbst eine Sitzgelegenheit mit und wurden mit Singen, Reimen und Erzählungen auf die Schule vorbereitet.

Neben den Schwierigkeiten überfüllter Klassen kämpfen vor allem die unteren Klassenstufen mit dem Problem, dass die gemeinsame Schulsprache Arabisch bei Schulbeginn von vielen Kindern nur mangelhaft gesprochen wird.Viele Kinder sprechen Zuhause nur ihre eigene lokale Volkssprache bspw. Fulani. Mit dem Besuch des Kindergartens bekommen die Kinder die Möglichkeit, die Schulsprache „Arabisch“ bereits vor der Einschulung zu lernen und können somit dem Unterricht von Anfang an gut folgen.

Der Bau des Kindergartens in Al Bir wurde gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Der Kindergarten hat sieben Gruppenräume und ein großzügigen Außenbereich, der mit Schaukeln, Rutschen und einem großen Sandbereich ausgestattet ist. Die Gruppenräume sind durch eine Überdachung miteinander verbunden, so dass die Kinder sich auch in einem schattenspendenen Innenhof aufhalten können. Der Kindergarten wurde in der Mitte des Dorfes gebaut. Das benötige Grundstück wurde hierfür von der Gemeinde unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

In den Räumen des Kindergartens gibt es Schränke und Tische und durch Patenschaften mit deutschen Kindergärten verfügen die zwei Kindergärten nun über Stifte, Papier und Bücher. Die Gebühren liegen bei ca. zwei Euro im Monat. Für sehr arme Familien besteht die Möglichkeit sich von der Gemeinde von den Gebühren ganz oder teilweise befreien zu lassen. Bei Familien mit mehreren Kindern im Kindergarten zahlt nur das erste Kind den vollen Betrag.

Hilat Al Bir ist ein wachsender Ort. Bei jährlich ca. 350 Neueinschulungen werden weitere Kindergartenplätze benötigt. Aus diesem Grund wollen wir einen zweiten Kindergarten bauen.