Gesundheitsstation

Neben dem Mangel an Bildung ist es vor allem die unzureichende medizinische Versorgung, welche das Leben der Familien belastet. Verbreitete Krankheiten sind resistente Malaria, Durchfälle, Bilharziose sowie Anämie. Die Kinder sind besonders anfällig für diese Krankheiten – im Sudan sterben 12 von 100 Kindern unter fünf Jahren. Es gibt kaum öffentliche Gesundheitsleistungen, so dass Krankheiten und der Besuch beim Arzt oft die Ersparnisse der gesamten Familie kostet.

Mit der 2007 in Hilat Al Bir gebauten Gesundheitsstation erhalten ca. 20.000 Menschen eine medizinische Grundversorgung. Die Station mit dem medizinischen Personal wird von einem Arzt geleitet und verfügt über ein eigenes Labor. Das Projekt wurde vom BMZ im Rahmen eines Kleinprojektes gefördert. Die Station übernimmt die Erstversorgung bei Unfällen und Verletzungen, führt Impfungen und Schwangerschaftsbetreuung durch sowie Diagnose und Therapie der häufigsten Krankheiten. Außerdem werden Beratungen während der Schwangerschaft, in der Familienplanung sowie bei Ernährungs- und Hygienefragen durchgeführt.Die Gesundheitsstation besteht aus zwei Untersuchungsräumen (einen Raum für den Arzt, einen Raum für den Arzthelfer), einem Laborraum, einem Erste-Hilfe-Raum, einem Mutter-Kind-Raum, einem Impfraum, einem Raum für die Apotheke und einem Warteraum. Weiterhin gibt es zwei Krankenzimmer mit Liegen für ambulante Behandlungen oder stationärem Aufnahme in Notfällen.

Für die Menschen in Hilat Al Bir und den kleinen Dörfern in der nahen Umgebung macht diese Gesundheitstation einen sehr großen Unterschied in ihrem Leben. Bis zum Bau der Gesundheitstation mussten die kranken Menschen nach in das ca. 10 km entfernte Sinnar, um einen Arzt aufzusuchen. Es gibt kein öffentliches Transportsystem, ein Arztbesuch ist immer eine beschwerliche Tagesreise in der Hitze und dem Staub. In der Regenzeit, wenn die Malaria am schlimmsten ist, ist die Schotterpiste nach Sinnar oft unpassierbar. Gerade für arme und sehr kranke Menschen ist der Transport über längere Strecken sehr beschwerlich. Jetzt ist ein Arzt im Dorf und es ist nun auch viel einfacher für die Angehörigen geworden, sich um den Kranken kümmern und ihn versorgen.

             

Heute werden in der Station täglich ca. 50 Menschen behandelt, wobei die Anzahl der Behandlungen in der Regenzeit – der „Malariajahreszeit“ – sehr viel höher ist. Gemeinsam mit der Gesundheitsbehörde werden regelmäßig Kampagnen zur Kinderimpfung durchgeführt und es gibt feste Programme zur Betreuung von Schwangeren und Neugeborenen.