Hilat Al Bir

In 2001 haben wir gemeinsam mit Freunden und Kollegen den Verein „Freunde von Hilat Al Bir e.V.“ gegründet. Ziel des Vereins ist die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in und um den Ort Hilat Al Bir, vor allem durch die Förderung von Bildung und Erziehung, die Förderung des Gesundheitswesens sowie Maßnahmen der Entwicklungshilfe zu erreichen.

Die Verbindung zu dem Dorf Hilat Al Bir besteht durch Abdalla Abakar, der in dem Dorf  aufgewachsen ist. Hilat Al Bir liegt im Sudan ca. 300 km südlich der Hauptstadt Khartoum und heißt übersetzt „Dorf mit dem Brunnen“. Die nächst größere Stadt Sinnar liegt am blauen Nil und ist ca. 10 km weit entfernt über eine Schotterpiste erreichbar. Das Dorf ist in den letzten Jahren stark gewachsen und hat heute ca. 16.000 Einwohner der Volksgruppen FulIani, Hausa, Barno und Burgo. Eine Schule gibt es erst seit 1971 in dem Dorf, viele der Bewohner der Ortes sind Analphabeten. Die Menschen verdienen ihr Geld in der Landwirtschaft oder als Tagelöhner in den Städten. Es gibt zwei Brunnen mit Grundwasser. Das Wasser wird mittels eines Generators an die Oberfläche gepumpt. Bisher hat erst ca. die Hälfte der Bevölkerung Zugang zu Wasser aus einer Leitung – und das auch nur für eine Stunde am Tag. Vor allem die Armen holen sich heute noch das Wasser in Behältern vom Brunnentank.

Als wir 2001 in Hilat Al Bir waren, sahen wir, dass die Schule sich in einem katastrophalem Zustand befand und für die stark gewachsene Bevölkerung des Dorfes viel zu klein geworden war. In den ersten Klassen mussten über hundert Schüler in einer Klasse unterrichtet werden. Die schlechten Lernbedingungen führten dazu, dass viele Schüler die Schule verlassen, ohne richtig lesen und schreiben zu können. Mauern und Dach des Schulgebäudes hatten Risse und insgesamt stark sanierungsbedürftig. Es gab viel zu wenig Tische und Stühle, keine Tafeln und Lehrerpulte und keinerlei Unterrichtsmaterial. Die schlechten Lernbedingungen führen dazu, dass viele Schüler die Schule verlassen, ohne richtig lesen und schreiben zu können. Um überleben zu können, verlangen die Lehrer von den Kindern Schulgeld, was dazu führt, dass die Ärmsten im Dorf ihre Kinder nicht zur Schule schicken können.

Auch gab es weder fließendes Wasser noch Elektrizität in dem Dorf. Die medizinische Versorgung bestand in einer kleinen behelfsmäßigen Ambulanz mit einem Krankenpfleger und ohne jede medizinische Ausstattung.

Inzwischen haben wir viel erreicht. In mehreren Projekten haben wir Basisschulen in Hilat Al Bir und Nachbardörfern gebaut, eine Gesundheitstation in Hilat Al Bir errichtet, die inzwischen 40.000 Menschen versorgt, Lehrerunterkünfte und Kindergärten gebaut. Durch unsere Unterstützung gibt es in Hilat Al Bir seit 2016 auch eine weiterführende Schule für die Kinder der Region.  In unserem aktuellen Projekt wird neben Basisschulen auch die erste Gehörlosenschule der Region gebaut und Maßnahmen zur Stärkung der lokalen Akteure (Capacity Development) durchgeführt.

         

Wir sind sehr dankbar für alles, was wir bisher erreicht haben. Ohne die Unterstützung vieler Freunde und Kollegen und Förderer von Hilat Al Bir wären wir nie soweit gekommen. Und natürlich gilt unser Dank auch den Menschen vor Ort, die mit ihrem Engagement und Einsatz jedes unserer Projekte durchgeführt und getragen haben.